13.10.2026
Eine spannende Zeitreise durch 2.000 Jahre Medizingeschichte - interaktiv, regional und hochaktuell
Was macht uns krank? Wer und was heilt und vor allem wie? Und warum beschäftigen uns manche medizinischen Fragen heute genauso wie vor Jahrhunderten? Diesen zeitlosen Themen widmet sich das Weserrenaissance-Museum Schloss Brake mit seiner neuen Sonderausstellung "Staying alive. Medizingeschichte(n) mit Risiken und Nebenwirkungen". Die Ausstellung nimmt Besucherinnen und Besucher mit auf eine faszinierende Reise durch 2.000 Jahre Medizingeschichte - von der Antike über die (Weser-)Renaissance bis in die Gegenwart.
Historische Objekte von außergewöhnlicher Qualität erzählen von den Hoffnungen, Irrtümern und wissenschaftlichen Erkenntnissen vergangener Jahrhunderte. Zu den Exponaten zählen unter anderem menschliche Schädel, eine Mumienhand, chirurgisches Arztbesteck, Aderlass-Instrumente, eine Reiseapotheke,, ein historischer Apothekerschrank, Prothesen sowie wertvolle Bücher und Gemälde. Sie beleuchten Themen wie Seuchen, Hygiene, die Rolle der Kirche, die Entwicklung der Pharmazie, die Entstehung erster Hospitäler sowie den Wandel des medizinischen Wissens.
Dabei schlägt die Ausstellung bewusst die Brücke zur Gegenwart. Aktuelle Fragestellungen wie Impfmythen, die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie, eine gerechte Gesundheitsversorgung oder die lange Zeit männlich geprägte Medizin zeigen, dass Medizingeschichte weit mehr ist als ein Blick in die Vergangenheit. Sie betrifft unser Leben unmittelbar und regt dazu an, über Gesundheit, Forschung und gesellschaftliche Verantwortung nachzudenken.
Ein besonderes Merkmal der Ausstellung ist ihre innovative Inszenierung: Die Besucherinnen und Besucher betreten eine nachgebildete Arztpraxis mit Wartezimmer, Anamnesebogen und einem "Rezept", das sie an der Museumskasse einlösen können. Interaktive Mitmachstationen laden dazu ein, eine Desinfektions-Station zu testen, Heilkräuter zu riechen, eine Pestmaske aufzusetzen oder "Organ-Memory" zu spielen. Geschichte wird so nicht nur vermittelt, sondern mit allen Sinnen erfahrbar.
Auch regionale Bezüge spielen eine zentrale Rolle. So erfahren die Gäste unter anderem mehr über den historischen Apothekenerker am Lemgoer Rathaus, die von Fürstin Pauline gegründete erste "Irrenanstalt" in Lippe sowie die Medizinbücher von Graf Simon VI. zur Lippe. Damit verbindet die Ausstellung die große Geschichte der Medizin mit den historischen Entwicklungen der Region.
Ein weiterer Höhepunkt ist die eigens für das Museum entstandene Fotoausstellung "Eine von Acht. Einer von hundert Diagnosen" mit Porträts von Brustkrebspatientinnen und -patienten. Initiiert von Sabine Mirbach, fotografiert von Nadine Marga-Fahrenkamp, und zwar direkt im und am Schloss Brake. Die Fotoausstellung verleiht dem Thema Krankheit ein persönliches Gesicht und schafft einen bewegenden Bezug zur Gegenwart - passend zum Brustkrebsmonat, dem "Pinken Oktober", der auf den Kampf gegen Krebs und die Bedeutung von Vorsorge hinweist.
Die Sonderausstellung versteht sich als offenes und partizipatives Projekt. Zahlreiche starke Partner aus Wissenschaft, Medizin und Kultur wirken an ihrer Entstehung mit und wird unterstützt von: Stiftung Standortsicherung, Andreas-Mohn-Stiftung, Gesundheitsstiftung Lippe, Klinikum Lippe, Apothekerverband Westfalen-Lippe, Rotary Club Lemgo-Sternberg, Frauen für Lemgo, Soroptimist International Detmold, Freundeskreis des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake, Fraunhofer IOSB-INA, Technische Hochschule OWL, Institut für industrielle Informationstechnik. Gemeinsam entsteht ein lebendiger Ort des Austauschs zwischen Wissenschaft und Gesellschaft.
Location:
Weserrenaissance Museum/Schloss Brake
Schloßstraße 18
32657 Lemgo
Tel.: 05261-94500
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Lippeportal
Denkmalstr. 11
32760 Detmold
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