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Ausstellung #mehralsdagegen - Detailansicht

08.06.2018 - 16.09.2018
 

Ausstellung "#mehralsdagegen" zeigt Schülerproteste der 68er-Zeit

Welche Rolle spielten Schüler in der "1968er-Bewegung"? Dieser Frage geht die Ausstellung "#mehralsdagegen. Schüler(protest)bewegungen 1968ff." nach. Die Ausstellung, die vom 8. Juni bis zum 16. September im Museum Hexenbürgermeisterhaus Lemgo (Kreis Lippe) zu sehen ist, nimmt die Veränderungen der Schul- und Jugendkultur und deren politische Anliegen seit Mitte der 1960er Jahre in den Blick.

Sie waren dagegen und manchmal auch mehr als dagegen: die Schülerinnen am Ende der 1960er-Jahre, die auf die ein oder andere Weise etwas verändern wollten, an ihrer Schule, in ihren Elternhäusern, in ihrem Alltag. "Die Schülerbewegung war weitaus mehr als ein Abklatsch der Studentenbewegung", erläutert Christiane Cantauw von der Volkskundlichen Kommission des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), die sich mit Studierenden der Kulturanthropologie während eines zweisemestrigen Praxisprojektes mit Schülerprotestbewegungen in Westfalen beschäftigt hat.

"Schaut man genauer hin, so gab es seit Mitte der 1960er Jahre landauf und landab in Westfalen viele Aktionen von Schülern, die sich zu einer Art Aufbruch verdichteten. Es war nicht mehr zu übersehen, dass die Jugendlichen sich nicht mehr alles gefallen ließen: Sie kritisierten, demonstrierten und provozierten und sind sicher auch manches Mal über ihr Ziel hinausgeschossen. Ihre Aktionen waren beileibe nicht immer zielgerichtet, aber aus ihnen spricht ein wachsendes Selbstbewusstsein, das zuvor so nicht spürbar war."

Zahlreiche Beispiele für Protestaktionen haben die Ausstellungsmacher zusammengetragen. "Es ging uns bei dieser Ausstellung nicht nur darum, die Bandbreite der Proteste zu zeigen, sondern auch darum nachzufragen, was aus den Auf- und Ausbrüchen der Schülerinnen geworden ist", ergänzt Museumsleiter Jürgen Scheffler, der gemeinsam mit Cantauw die Ausstellung kuratiert. Nach "68" waren die Schule und der Alltag nicht mehr dieselben: Die Schüler hatten sich mehr Mitspracherechte in der Schülervertretung (SV) ertrotzt, ein Kurssystem ersetzte in der Oberstufe die alte Klassenstruktur (ab 1972), junges Lehrpersonal führte neue Unterrichtsmethoden ein, Sexualkunde und NS-Zeit wurden im Unterricht besprochen, Mädchen wurden Schulsprecherinnen, trugen Hosen und Miniröcke und was die Erwachsenen sagten, wurde nicht mehr widerspruchslos akzeptiert. "Bei unseren Archivrecherchen und den vielen Gesprächen mit Zeitzeugen haben wir festgestellt, dass in dieser Zeit wirklich etwas im Umbruch war. Teils waren die Jugendlichen davon passiv betroffen, teils trieben sie die Veränderungsprozesse aber auch aktiv voran", erläutert Cantauw.

Die Ausstellung "#mehralsdagegen. Schüler(protest)bewegung 1968ff." zeigt anhand von Beispielen aus Coesfeld, Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis), Herford, Dülmen, Lemgo (Kreis Lippe) und Siegen die Aus- und Aufbrüche der Jugendlichen, und sie thematisiert die gesellschaftlichen Umbrüche dieser Zeit. "Die Schau ist sehr unterhaltsam. Wir zeigen Filme, Fernsehaufnahmen sowie viele Fotos und Originaldokumente und vor allem sehr viel von dem zeittypischen Flair", freut sich Museumsleiter Scheffler.
Dass es durchaus gelingen kann, Heranwachsende von heute mit dem Widerspruchsgeist und der Aufbruchstimmung der 68er-Jahre zu konfrontieren, hat die Kooperation mit der Karla-Raveh-Gesamtschule in Lemgo gezeigt: Gemeinsam mit Schülerinnen der Gesamtschule entstanden künstlerische Projekte, die im Begleitprogramm der Ausstellung gezeigt werden und deutlich machen, dass es hier nicht nur um eine nostalgische Rückschau geht.


 
Location:
Hexenbürgermeisterhaus
Breite Straße 17-19
32657 Lemgo
 
Weitere Informationen finden Sie unter:
www.mehralsdagegen.de

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